Zuletzt aktualisiert am 15.06.2026.
Willst du von einem Verkäufer wissen, welche Bettwäsche die beste ist, wird er dir meist einige Fragen stellen: Wer schläft darin, sind die Bezüge für den Winter oder Sommer gedacht, sind Allergien bekannt usw. Den richtigen Rat zu geben, ist nicht einfach. Die Antwort liegt wie so oft im Individuellen.
Inhaltsverzeichnis
- Auf die Zusammensetzung kommt es an
- Favorit Baumwolle
- Leinen und Seide – die natürlichen Alternativen
- Polyester – die künstliche Alternative
- Welche Bettwäsche für Sommer und Winter?
- Bettwäsche für Allergiker
- Fazit
Bettwäsche – auf die Zusammensetzung kommt es an
Bevor du neue Bettwäsche kaufst, musst du dir zunächst zwei Fragen stellen: Was für ein Stoff soll es sein und welches Material hat der Hersteller darin verarbeitet? Diese Punkte sind von großer Bedeutung, denn sie entscheiden über deinen künftigen Schlafkomfort, deine Gesundheit und legen nicht zuletzt das Preisniveau des Bettzeugs fest.
Die Grundfasern der einzelnen Bettbezüge sind dabei immer dieselben: Baumwolle, Leinen, Seide und Polyester. Was für ein Stoff letztendlich daraus wird, bestimmt dessen Zusammensetzung bzw. die Verarbeitung der Garne. Schau dir in dem Zusammenhang einfach das Label an. Dort siehst du, ob der Bettenstoff aus reinem Material besteht, ob er gemischt ist bzw. gewebt, gewirkt oder gestrickt angeboten wird.
Favorit Baumwolle
Der Favorit unter den Grundmaterialien von Bettwäsche ist zweifelsohne Baumwolle. Die Produzenten verwenden sie am häufigsten und machen daraus entweder Gewebe in Reinform oder mischen sie mit anderen Fasern.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Baumwolle ist ein natürlicher Stoff und somit auch für den Menschen gut verträglich. Besonders eignet sie sich für Nachtwäsche, denn sie ist atmungsaktiv und äußerst saugfähig. Bis zu 65 Prozent ihres Eigengewichts kann das Garn an Flüssigkeit aufnehmen, die es später nach und nach wieder abgibt. Der Nachtschweiß klebt also weder schlafstörend auf der Haut, noch sickert er in Bettdecken und Matratze ein.
Außerdem handelt es sich bei Baumwolle um ein pflegeleichtes Gewebe. Nicht nur aus diesen Gründen, sondern auch durch ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis kommt Baumwolle bei vielen Kundinnen und Kunden gut an. Das wird allerdings wesentlich durch ihre Herkunft, Verarbeitungsqualität und Materialkombination bestimmt.
Typische Vertreter aus bzw. mit Baumwolle hergestellter Bettwäschearten sind: Satin, Seersucker, Linon, Renforcé, Biber oder Flanell, Frottee und Jersey.
Leinen und Seide – die natürlichen Alternativen
Nicht zu verwechseln mit Linon, ist Leinen eine Naturfaser, die aus Flachs gewonnen wird. Aus ihr gefertigte Bezüge sind zwar gröber, doch lange nicht so robust wie Baumwolle. Leinenbettwäsche kannst du bequem reinigen und getrost auch in die Kochwäsche geben, dennoch ist dabei Vorsicht geboten. Bei Reibung unterliegt der Stoff einem hohen Verschleiß. Du solltest ihn deshalb nur im Schongang waschen.
Ähnliches trifft auf Seide zu. Dieses feine, aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnene Gewebe gilt als edel und teuer, ist jedoch nicht gerade pflegeleicht. In der Waschmaschine darfst du Seide höchstens bei 30 Grad waschen – in den Trockner gehört sie auf keinen Fall.
Trotzdem: Wenn du Alternativen zu Baumwollbettwäsche suchst, bist du mit Leinen und Seide ebenfalls gut aufgehoben. Als Naturfasern nehmen sie Flüssigkeiten ebenso gut auf und vermitteln dir ein angenehmes Schlafgefühl.
Polyester – die künstliche Alternative
Polyester ist ein rein synthetisch hergestelltes Gewebe. Das Material findet als Kunststoff zum Beispiel auch in Folien, PET-Flaschen und ähnlichen Produkten Verwendung. Aus ihm gefertigte Bettwäsche sollte nicht deine erste Wahl sein. Da sie kaum saugfähig ist, bleibt die Feuchtigkeit im Bett stehen. Hauptsächlich im Sommer dürfte dir dieser Umstand unangenehme Nächte bescheren.
Gänzlich verteufeln musst du Bettzeug aus Polyester dennoch nicht. Es eignet sich besonders für Menschen mit Hausstauballergien und auch Milben haben darin kaum eine Chance.
Verwechsele bei der Bestellung deiner neuen Bettwäsche Polyesterstoffe bitte nicht mit Mikrofasern! Letztere Bezeichnung bezieht sich lediglich auf die Feinheit – nicht auf das verwendete Garn.
Welche Bettwäsche für Sommer und Winter?
Je nach Jahreszeit stellen wir ganz unterschiedliche Ansprüche an unsere Bettwäsche. Im Sommer soll sie leicht und kühlend sein, im Winter dagegen warm und kuschelig.
Für den Sommer eignen sich vor allem:
- Baumwollbettwäsche aus Renforcé, Perkal oder Seersucker: Diese Qualitäten sind glatt, leicht und atmungsaktiv und fühlen sich angenehm kühl auf der Haut an.
- Leinenbettwäsche: Leinen wirkt von Natur aus temperaturausgleichend und leicht kühlend. Ideal für alle, die im Sommer schnell schwitzen.
- Seidenbettwäsche: Seide schmiegt sich sehr leicht an den Körper und kann sowohl kühlend als auch wärmend wirken. Für heiße Nächte ist sie eine luxuriöse, aber empfindliche Option.
Für den Winter solltest du eher zu wärmenden Qualitäten greifen:
- Biber- oder Flanellbettwäsche aus Baumwolle: Durch die angeraute Oberfläche speichern diese Stoffe besonders gut Wärme und fühlen sich weich und flauschig an.
- Frottee- und Jerseybettwäsche: Ebenfalls überwiegend aus Baumwolle gefertigt, sind sie elastisch, weich und halten dich in kühleren Nächten angenehm warm.
- Dicke Mikrofaser-Bettwäsche: Sie kann sehr wärmend sein, ist aber weniger atmungsaktiv. Für Menschen, die schnell frieren, kann sie eine Option sein, wenn sie das Material gut vertragen.
Bettwäsche für Allergiker
Wenn du unter Allergien leidest, solltest du bei der Wahl deiner Bettwäsche besonders genau hinschauen. Vor allem Hausstauballergiker reagieren häufig empfindlich auf Milben, die sich bevorzugt in Matratzen, Kissen und Bettdecken einnisten.
Grundsätzlich gilt:
- Dicht gewebte Baumwollbettwäsche ist für viele Allergiker eine sehr gute Wahl. Sie ist hautfreundlich, bei hohen Temperaturen waschbar und lässt sich gut sauber halten.
- Polyester- bzw. Mikrofaserbettwäsche kann für Allergiker ebenfalls interessant sein, da Milben sich in manchen Kunstfasern schwerer ansiedeln. Wichtig ist hier, dass du das Material auf der Haut gut verträgst und es regelmäßig waschen kannst.
- Leinen und Seide sind natürliche Alternativen, sollten bei Allergien aber sorgfältig getestet werden, da die Fasern und mögliche Rückstände (z. B. von Waschmitteln) nicht von jeder Haut gleich gut vertragen werden.
Besonders wichtig für Allergiker sind neben der Bettwäsche auch die richtige Pflege und ergänzende Maßnahmen:
- Wasche Bettwäsche regelmäßig bei möglichst hohen, vom Hersteller empfohlenen Temperaturen.
- Verwende bei Hausstauballergie ggf. Encasings (Spezialbezüge) für Matratze, Kissen und Decke, um den Kontakt mit Milben zu reduzieren.
- Lüfte dein Schlafzimmer täglich und halte die Luftfeuchtigkeit in einem moderaten Bereich.
Fazit
Die Frage, welche Bettwäsche die beste ist, lässt sich nicht pauschal beantworten – sie hängt von deinen persönlichen Vorlieben, deinem Wärmeempfinden, möglichen Allergien und deinem Budget ab.
Baumwolle ist der Allrounder unter den Materialien: hautfreundlich, atmungsaktiv, pflegeleicht und in vielen Qualitäten erhältlich – von leichter Sommerbettwäsche bis hin zu warmem Biber für den Winter. Leinen und Seide sind natürliche Alternativen, die sich besonders angenehm anfühlen, aber etwas mehr Pflege verlangen. Polyester beziehungsweise synthetische Mischgewebe sind robust und können für Allergiker interessant sein, sind aber meist weniger atmungsaktiv.
Überlege dir vor dem Kauf, ob du eher zum Frieren oder Schwitzen neigst, ob du empfindliche Haut hast und wie pflegeleicht deine Bettwäsche sein soll. Wenn du diese Punkte berücksichtigst und das passende Material für Sommer und Winter wählst, steht einem erholsamen Schlaf nichts mehr im Weg.