Silikonbackformen sind flexibel, praktisch und erleichtern das Herauslösen von Kuchen und anderen Backwaren. Doch sind Silikonbackformen gesundheitsschädlich oder können beim Backen bedenkliche Stoffe freigesetzt werden? Entscheidend sind vor allem die Qualität des Materials, die Eignung für den Lebensmittelkontakt und die richtige Verwendung. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du bei Silikonbackformen achten solltest und was es mit Schadstoffen, Platin-Silikon, Tempern und Ausgasen auf sich hat.
Inhaltsverzeichnis
Sind Silikonbackformen gesundheitsschädlich?
Woraus bestehen Silikonbackformen?
Können Silikonbackformen Schadstoffe abgeben?
Was ist Platin-Silikon und ist es besser?
Silikonbackformen tempern und ausgasen – ist das notwendig?
Muss man Silikonbackformen vor dem ersten Gebrauch ausbacken?
Wie heiß dürfen Silikonbackformen werden?
Was muss man beim Backen mit Silikonformen beachten?
Woran erkennt man gute und unbedenkliche Silikonbackformen?
Fazit: Sind Silikonbackformen schädlich?
Häufige Fragen zu Silikonbackformen
Sind Silikonbackformen gesundheitsschädlich?
Silikonbackformen sind grundsätzlich nicht gesundheitsschädlich, wenn sie für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind und entsprechend den Herstellerangaben verwendet werden. Entscheidend sind die Qualität des Materials, eine sachgemäße Herstellung und die Einhaltung der angegebenen Temperaturen und Nutzungshinweise.
Für Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, gelten klare Anforderungen. Sie dürfen bei normaler oder vorhersehbarer Verwendung keine Bestandteile in solchen Mengen an Lebensmittel abgeben, dass dadurch die Gesundheit gefährdet, die Zusammensetzung der Lebensmittel unvertretbar verändert oder deren Geschmack und Geruch beeinträchtigt werden.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beschäftigt sich mit Silikonen als Lebensmittelkontaktmaterial. Für die gesundheitliche Bewertung ist daher weniger die pauschale Frage „Ist Silikon schädlich?“ entscheidend, sondern vielmehr, welche Silikonqualität verwendet wurde und ob das fertige Produkt für den vorgesehenen Lebensmittelkontakt geeignet ist.
Woraus bestehen Silikonbackformen?
Silikon ist kein klassischer Kunststoff. Bei Silikonen handelt es sich um eine Gruppe synthetisch hergestellter Polymere, sogenannte Organopolysiloxane. Ihr Grundgerüst enthält unter anderem Silizium- und Sauerstoffatome. Durch unterschiedliche organische Gruppen und Herstellungsverfahren können Silikone verschiedene Eigenschaften erhalten.
Für Backformen wird meist elastisches Silikon eingesetzt. Dadurch bleiben die Formen flexibel, hitzebeständig und lassen sich nach dem Backen leicht vom Gebäck lösen.
Bei der Herstellung können je nach Verfahren unterschiedliche Vernetzungssysteme sowie weitere zugelassene Ausgangs- oder Hilfsstoffe verwendet werden. Deshalb lässt sich die gesundheitliche Qualität einer Backform nicht allein daran beurteilen, dass sie aus „Silikon“ besteht. Entscheidend ist das fertige Produkt und dessen Eignung für den Lebensmittelkontakt.
Können Silikonbackformen Schadstoffe abgeben?
Auch aus Silikon können geringe Mengen bestimmter Bestandteile in Lebensmittel übergehen. Fachleute sprechen dabei von Migration. Entscheidend ist jedoch die Menge: Lebensmittelkontaktmaterialien müssen so hergestellt sein, dass bei ihrer vorgesehenen Verwendung keine Stoffe in gesundheitlich bedenklichen Mengen auf Lebensmittel übergehen.
Bei Silikon spielen unter anderem flüchtige Bestandteile eine Rolle. Eine fachgerechte Herstellung und Nachbehandlung des Materials trägt dazu bei, unerwünschte flüchtige Bestandteile zu reduzieren.
Ein ungewöhnlich intensiver oder dauerhaft chemischer Geruch sollte dennoch nicht ignoriert werden. Riecht eine neue Silikonbackform stark, solltest du zunächst die Herstellerhinweise prüfen und die Form vor der ersten Verwendung gründlich reinigen.
Wann solltest du eine Silikonbackform besser nicht verwenden?
Ein einzelnes Merkmal bedeutet nicht automatisch, dass eine Silikonbackform gesundheitsschädlich ist. Bei folgenden Auffälligkeiten solltest du jedoch genauer hinsehen:
- Dauerhaft starker chemischer Geruch: Bleibt ein intensiver Geruch auch nach der Reinigung bestehen oder verstärkt er sich beim Erhitzen deutlich, solltest du die Form im Zweifel nicht weiter verwenden.
- Fehlende Angaben zur Lebensmitteleignung: Es sollte nachvollziehbar sein, dass die Form für den Kontakt mit Lebensmitteln vorgesehen ist.
- Unklare Temperaturangaben: Fehlen Angaben zur maximal zulässigen Temperatur, solltest du vor der Verwendung die Herstellerinformationen prüfen.
- Beschädigungen: Bei Rissen, starken Materialveränderungen oder einer deutlich beschädigten Oberfläche solltest du prüfen, ob die Form noch für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist.
Sind Ausdünstungen von Silikon giftig?
Ein Geruch allein beweist nicht, dass eine Silikonform giftige Stoffe abgibt. Gleichzeitig sollte eine für Lebensmittel vorgesehene Backform bei bestimmungsgemäßer Verwendung weder Geschmack noch Geruch der Lebensmittel beeinträchtigen.
Stellst du beim Erhitzen einer Silikonform einen auffällig starken chemischen Geruch fest, solltest du die Verwendung unterbrechen, die Herstellerangaben kontrollieren und das Produkt im Zweifel nicht weiter zum Backen einsetzen.
Was ist Platin-Silikon und ist es besser?
Die Bezeichnung Platin-Silikon allein bedeutet nicht automatisch, dass eine Silikonbackform hochwertiger oder gesundheitlich unbedenklicher ist. Bei platinvernetztem Silikon können Platinverbindungen im Herstellungsprozess als Katalysator für die Vernetzungsreaktion dienen.
Ausschlaggebend ist letztlich das fertige Produkt. Achte deshalb auch bei Platin-Silikon auf klare Herstellerangaben zur Lebensmitteleignung, zum vorgesehenen Verwendungszweck und zur maximal zulässigen Temperatur.
Silikonbackformen tempern und ausgasen – ist das notwendig?
Tempern ist in erster Linie ein kontrollierter Prozess bei der Herstellung beziehungsweise Nachbehandlung von Silikonteilen und keine Maßnahme, die du bei jeder neuen Silikonbackform selbst durchführen musst.
Beim Tempern wird das Material für eine bestimmte Zeit einer definierten Temperatur ausgesetzt. Dadurch können unter anderem Eigenschaften des fertigen Materials verbessert und unerwünschte flüchtige Bestandteile reduziert werden. Auch bei der Prüfung von Silikonmaterialien für den Lebensmittelkontakt spielen definierte Temperatur- und Zeitbedingungen eine Rolle.
Begriffe wie „Silikon tempern“, „Silikon ausgasen“ oder „Silikonform ausbrennen“ werden deshalb häufig miteinander verbunden. Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen einem kontrollierten Herstellungs- beziehungsweise Prüfprozess und der privaten Nutzung einer fertigen Backform.
Eine neue Silikonbackform solltest du daher nicht automatisch mehrere Stunden bei hohen Temperaturen ausgasen oder tempern. Maßgeblich sind die Pflege- und Gebrauchshinweise des Herstellers.
Muss man Silikonbackformen vor dem ersten Gebrauch ausbacken?
Nein, eine pauschale Empfehlung, jede Silikonbackform vor dem ersten Gebrauch mehrere Stunden auszubacken, gibt es nicht. Im Gegensatz zum Tempern während der Herstellung geht es hier um die Frage, wie du eine bereits fertige Silikonbackform vor der ersten Nutzung behandeln solltest.
Vor der ersten Benutzung solltest du die neue Silikonbackform gründlich reinigen. Verwende dazu warmes Wasser und ein geeignetes Spülmittel oder reinige die Form entsprechend den Pflegehinweisen des Herstellers.
Empfiehlt der Hersteller ausdrücklich eine bestimmte Behandlung vor der ersten Verwendung, solltest du dich an die angegebenen Temperaturen und Zeiten halten. Eigenständiges „Ausbrennen“ bei einer beliebig gewählten hohen Temperatur ist dagegen nicht empfehlenswert.
Wie heiß dürfen Silikonbackformen werden?
Wie viel Grad eine Silikonbackform verträgt, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Für das Backen vorgesehene Silikonformen können grundsätzlich im Backofen verwendet werden, die zulässige Höchsttemperatur kann sich jedoch unterscheiden.
Orientiere dich deshalb immer an der maximal zulässigen Temperatur, die der Hersteller auf der Verpackung oder in der Gebrauchsanweisung nennt. Diese solltest du nicht überschreiten, auch wenn andere Silikonformen laut Hersteller höhere Temperaturen vertragen.
Besondere Vorsicht ist bei offenen Flammen, Grillheizstäben oder anderen sehr heißen Wärmequellen geboten. Eine Backofenfreigabe bedeutet nicht automatisch, dass die Form für direkte Hitze geeignet ist.
Was muss man beim Backen mit Silikonformen beachten?
Das Backen mit Silikonformen unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von der Verwendung klassischer Backformen. Mit diesen Tipps verwendest du deine Silikonform richtig:
- Vor dem ersten Gebrauch reinigen: Spüle die Form gründlich und beachte die Herstellerhinweise.
- Maximale Temperatur beachten: Überschreite nicht die vom Hersteller angegebene Höchsttemperatur.
- Form vor dem Befüllen stabilisieren: Sehr flexible Silikonformen lassen sich leichter transportieren, wenn du sie bereits vor dem Befüllen auf ein Backblech oder einen Rost stellst.
- Nur bei Bedarf einfetten: Viele Silikonbackformen benötigen kein zusätzliches Fett. Bei sehr fettarmen Teigen, filigranen Formen oder wenn es der Hersteller empfiehlt, kann ein leichtes Einfetten sinnvoll sein.
- Nicht mit scharfen Gegenständen schneiden: Messer oder andere spitze Küchenwerkzeuge können die Silikonoberfläche beschädigen.
- Gebäck kurz abkühlen lassen: Viele Kuchen lassen sich nach einigen Minuten leichter aus der flexiblen Form lösen.
Woran erkennt man gute und unbedenkliche Silikonbackformen?
Eine gute Silikonbackform erkennst du nicht allein an Farbe, Flexibilität oder Preis. Aussagekräftiger sind nachvollziehbare Produktinformationen und Angaben zur sicheren Verwendung. Auf folgende Merkmale solltest du achten:
- Die Form ist ausdrücklich für den Kontakt mit Lebensmitteln vorgesehen.
- Der Hersteller macht klare Angaben zu Verwendungszweck und Temperaturbereich.
- Es liegen verständliche Hinweise zu Reinigung und Pflege vor.
- Die Verarbeitung wirkt sauber und die Oberfläche weist keine offensichtlichen Beschädigungen auf.
- Das Produkt stammt von einem nachvollziehbaren Hersteller oder Anbieter mit klaren Produktinformationen.
Ein niedriger Preis bedeutet nicht automatisch, dass eine Silikonform gesundheitsschädlich ist. Umgekehrt garantiert ein hoher Preis allein keine bessere Qualität. Entscheidend sind die Eignung für den Lebensmittelkontakt, nachvollziehbare Herstellerinformationen und die bestimmungsgemäße Verwendung.
Fazit: Sind Silikonbackformen schädlich?
Silikonbackformen sind nicht grundsätzlich gesundheitsschädlich. Entscheidend sind die Qualität des fertigen Produkts, seine Eignung für den Lebensmittelkontakt und die richtige Verwendung. Achte beim Kauf insbesondere auf klare Herstellerangaben und den zulässigen Temperaturbereich.
Vor dem ersten Gebrauch solltest du eine neue Form gründlich reinigen und anschließend entsprechend der Gebrauchsanweisung verwenden. Ein eigenständiges mehrstündiges Ausgasen oder Ausbrennen bei hohen Temperaturen ist nicht pauschal erforderlich und sollte nur erfolgen, wenn der Hersteller eine entsprechende Behandlung vorsieht.
Häufige Fragen zu Silikonbackformen
Rund um Silikonbackformen gibt es besonders hinsichtlich möglicher Schadstoffe und gesundheitlicher Risiken viele Fragen. Hier findest du die wichtigsten Antworten zur Sicherheit und Verwendung von Silikon beim Backen noch einmal kompakt zusammengefasst.
Ist Silikon giftig?
Silikon ist nicht pauschal als giftig einzustufen. Bei Silikonprodukten für den Lebensmittelkontakt kommt es darauf an, dass das fertige Material für den vorgesehenen Zweck geeignet ist und bei bestimmungsgemäßer Verwendung keine gesundheitlich bedenklichen Stoffmengen auf Lebensmittel überträgt.
Ist Silikon krebserregend?
Eine für Lebensmittel vorgesehene Silikonbackform lässt sich nicht pauschal als krebserregend einstufen. Entscheidend sind die Zusammensetzung des konkreten Materials, seine Herstellung, die Eignung für den Lebensmittelkontakt und die bestimmungsgemäße Verwendung.
Warum riecht eine neue Silikonbackform?
Ein Geruch kann verschiedene Ursachen haben und bedeutet nicht automatisch, dass die Form gesundheitsschädlich ist. Reinige neue Silikonformen vor der ersten Verwendung gründlich. Bleibt ein intensiver chemischer Geruch bestehen oder verstärkt er sich beim Erhitzen deutlich, solltest du die Form vorsichtshalber nicht weiter verwenden und den Hersteller kontaktieren.